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Linkjuice und PageRank: Wie Link-Stärke übertragen wird

10. April 2026 · Off-Page SEO · 13 Min. Lesezeit
Linkjuice und PageRank - wie Link-Stärke für SEO übertragen wird

Wenn du verstehst, wie Linkjuice und PageRank funktionieren, verstehst du das Fundament moderner Suchmaschinenoptimierung. Diese beiden Konzepte erklären, warum manche Websites mit wenig Content auf Seite 1 ranken — und andere trotz vieler Artikel auf Seite 5 verschwinden.

In diesem Artikel erfährst du, was Linkjuice konkret ist, wie der PageRank-Algorithmus ursprünglich funktionierte, wie Google ihn heute anwendet, und wie du dieses Wissen für deine Off-Page-SEO-Strategie nutzt.

Was ist PageRank?

PageRank ist ein Algorithmus, der 1998 von Larry Page und Sergey Brin (die späteren Google-Gründer) entwickelt wurde. Er war die technische Grundlage für Googles ursprüngliches Ranking-System und beantwortet eine einfache Frage: Wie wichtig ist eine Seite im Vergleich zu anderen?

Die geniale Idee dahinter: Die Bedeutung einer Seite lässt sich daran messen, wie viele andere Seiten auf sie verlinken — und wie bedeutsam diese verlinkenden Seiten selbst sind. Ein Link ist also nicht nur ein Klickpfad, sondern eine Stimme — und manche Stimmen zählen mehr als andere.

Die vereinfachte PageRank-Formel:

PR(A) = (1 - d) + d × (PR(B)/Links(B) + PR(C)/Links(C) + …)

PR(A) = PageRank der Seite A
d = Dämpfungsfaktor (typisch: 0.85)
PR(B), PR(C) = PageRank der verlinkenden Seiten
Links(B), Links(C) = Anzahl ausgehender Links dieser Seiten

Was die Formel sagt: Der PageRank einer Seite steigt, wenn viele starke Seiten auf sie verlinken. Aber er verteilt sich auch: Je mehr ausgehende Links eine verlinkende Seite hat, desto weniger Stärke gibt sie an jeden einzelnen Link weiter.

Was ist Linkjuice?

„Linkjuice" ist der informelle Begriff aus der SEO-Community für die Linkstärke, die von einer Seite auf eine andere übertragen wird. Kein offizieller Google-Begriff — aber einer der nützlichsten Gedankenrahmen in der SEO-Praxis.

Stell dir jede Seite als Wassertank vor. Der Tank füllt sich mit Linkjuice durch eingehende Links. Wenn die Seite selbst ausgehende Links hat, verteilt sie ihren Juice auf alle verlinkten Seiten. Je mehr Links sie hat, desto dünner verteilt sich der Juice.

Autoritative Quelle
PageRank = hoch
Deine Seite
erhält Linkjuice
Verlinktes Unterthema
erhält internen Juice

Faktoren, die Linkjuice beeinflussen

Wie Google PageRank heute einsetzt

Google hat den öffentlichen PageRank-Score 2016 offiziell abgeschafft — seitdem gibt es keine öffentlich sichtbare PageRank-Zahl mehr. Das bedeutet aber nicht, dass PageRank irrelevant geworden ist.

Google nutzt intern weiterhin einen modernisierten PageRank-Algorithmus als eines von über 200 Ranking-Signalen. Der Algorithmus wurde erheblich verfeinert:

Fazit zu PageRank heute: Google kommuniziert keinen öffentlichen PageRank-Score mehr. Als Näherungswert nutzt die SEO-Industrie stattdessen Metriken wie Domain Authority (Moz), Domain Rating (Ahrefs) oder Trust Flow (Majestic). Diese sind nicht identisch mit Googles internem PageRank, korrelieren aber stark mit Ranking-Stärke.

Wie Linkjuice durch deine Website fließt

Linkjuice ist kein Konzept, das nur für externe Backlinks gilt. Er fließt auch intern — also zwischen den Seiten deiner eigenen Website. Das ist der Grund, warum interne Verlinkung ein wichtiger SEO-Hebel ist.

Szenario 1: Linkjuice von außen

Du bekommst einen starken Backlink von einer Nachrichten-Website auf deine Startseite. Die Startseite sammelt diesen Juice. Jetzt kannst du den Juice durch interne Links auf wichtige Unterseiten weiterleiten:

Nachrichten-Site
stark
Startseite
sammelt Juice
Pillar-Artikel
erhält Juice
Cluster-Artikel
erhält anteilig

Szenario 2: Interner Linkjuice-Flow

Ohne externe Backlinks kannst du trotzdem Linkjuice optimieren: Verlinke von deinen stärksten (meistgelinkten) Seiten auf die Seiten, die du ranken möchtest. Das Prinzip nennt sich Link-Sculpting.

Szenario 3: Linkjuice verloren durch Nofollow

Wenn du ausgehende Links mit rel="nofollow" kennzeichnest, verhinderst du, dass Juice auf die fremde Seite abfließt. Achtung: Der Juice „verschwindet" dadurch nicht auf magische Weise — er wird intern umverteilt, aber die genauen Mechanismen sind bei Google nicht öffentlich dokumentiert.

Praktische Strategien: Linkjuice steuern

1. Starke Seiten intern verlinken

Finde heraus, welche deiner Seiten die meisten externen Backlinks hat (über ein SEO-Tool oder die Google Search Console). Verlinke von diesen starken Seiten auf wichtige Inhalte, die du ranken möchtest. So gibst du diesen Seiten einen Boost.

2. Pillar-Page-Strategie

Erstelle umfangreiche Pillar-Pages zu deinen Hauptthemen und baue einen Linkbaum auf: Externe Backlinks auf die Pillar-Page → Pillar-Page verlinkt auf Cluster-Artikel → Cluster-Artikel verlinken zurück auf die Pillar-Page. So entsteht ein starkes internes Netzwerk.

3. Verlorenen Linkjuice retten (404-Seiten)

Wenn eine Seite, die Backlinks hat, gelöscht wird oder sich ihre URL ändert, gehen die Backlinks und der damit verbundene Juice verloren. Lösung: 301-Weiterleitungen von alten auf neue URLs setzen. So bleibt der Juice erhalten.

4. Linkjuice von externen Seiten sichern

Wenn du einen Gastbeitrag schreibst oder in einem Verzeichnis gelistet bist, achte darauf, dass der Link dofollow ist. Nur so fließt Juice. Überprüfe nach der Veröffentlichung mit dem Nofollow-Link-Checker, ob dein Link tatsächlich dofollow gesetzt wurde.

5. Flache Seitenarchitektur

Je tiefer eine Seite in der Website-Hierarchie liegt (z.B. Startseite → Kategorie → Unterkategorie → Artikel), desto weiter ist sie vom „Juice-Zentrum" entfernt. Halte wichtige Inhalte möglichst flach — maximal 3 Klicks von der Startseite entfernt.

Was Linkjuice NICHT beeinflusst (Mythen aufgeklärt)

Mythos Realität
"Nofollow-Links vernichten Linkjuice" Juice fließt nicht auf die verlinkte Seite, wird aber nicht vernichtet — er verteilt sich neu (Details unklar)
"Mehr ausgehende Links = weniger Juice für mich" Ausgehende Links verdünnen den Juice, aber verringern nicht direkt deinen PageRank
"Links in Bildern haben keinen Wert" Bild-Links übertragen Linkjuice — aber der Alt-Text dient als Ankertext
"Footer-Links sind wertlos" Sie werden schwächer gewichtet als Body-Links, sind aber nicht wertlos
"Kaufe 1000 Links und ranke sofort" Google erkennt und entwertet manipulative Linkmuster — riskiert Abstrafung

Wie du deinen Linkjuice messen kannst

Da Google keinen öffentlichen PageRank-Score mehr anzeigt, nutzt du folgende Alternativen:

💡 Praxis-Tipp: Nutze die Google Search Console → Berichte → Links → „Am häufigsten verlinkte Seiten" um zu sehen, welche deiner Seiten am meisten externe Backlinks hat. Diese Seiten sind dein Juice-Reservoir — verlinke von dort auf wichtige Unterseiten.

Zusammenfassung: Die 5 wichtigsten Erkenntnisse

  1. PageRank ist der Kern von Googles Linkbewertung — auch wenn er nicht mehr öffentlich angezeigt wird, ist er weiterhin aktiv
  2. Linkjuice fließt von Seite zu Seite — sowohl durch externe Backlinks als auch durch interne Links
  3. Qualität schlägt Quantität — ein Link von einer autoritativen Seite gibt mehr Juice als 100 Links von schwachen Seiten
  4. Interne Verlinkung ist Linkjuice-Steuerung — du kannst deinen vorhandenen Juice gezielt auf wichtige Seiten lenken
  5. Dofollow ist Pflicht — Nofollow-Links übertragen keinen Juice auf die verlinkte Seite

Als nächstes empfehle ich dir, dein eigenes Backlink-Profil zu analysieren — welche Seiten geben dir Linkjuice? Und leite diesen Juice dann gezielt durch interne Verlinkung weiter. Der Internal-Link-Counter zeigt dir, welche Seiten wie viele interne Links erhalten.

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