Wenn du dich mit SEO beschäftigst, wirst du früher oder später auf den Begriff Backlinks stoßen. Backlinks gelten seit den Anfangstagen von Google als einer der stärksten Ranking-Faktoren überhaupt — und daran hat sich bis heute wenig geändert. Doch was sind Backlinks eigentlich genau? Wie funktionieren sie? Und warum sind manche Links wertvoller als andere? Dieser Artikel beantwortet alle Grundlagenfragen rund um das Thema Backlinks und Linkaufbau.
Was ist ein Backlink?
Ein Backlink (auch: eingehender Link, Inbound-Link oder Rücklink) ist ein Hyperlink, der von einer anderen Website auf deine Website verweist. Wenn Website A einen Link setzt, der auf Website B zeigt, dann hat Website B einen Backlink von Website A erhalten.
Das klingt simpel — und im Grunde ist es das auch. Die Komplexität entsteht erst, wenn man begreift, wie Google diese Links bewertet und warum nicht alle Backlinks gleichwertig sind.
Beispiel aus der Praxis:
Ein regionaler Handwerksbetrieb erhält einen Link von der IHK-Website seiner Region. Dieser Link gilt als hochwertig, weil die IHK eine etablierte, vertrauenswürdige Organisation ist. Ein Link von einem unbekannten, kaum genutzten Blog ist dagegen kaum wert.
Wie Google Backlinks bewertet: PageRank
Google wurde 1998 unter anderem deshalb so erfolgreich, weil es als erste Suchmaschine systematisch Verlinkungen als Qualitätssignal nutzte. Der zugrundeliegende Algorithmus heißt PageRank — benannt nach Google-Mitgründer Larry Page.
Die Grundidee ist elegante einfach: Wenn viele hochwertige Websites auf deine Seite verlinken, signalisiert das Google, dass dein Inhalt wertvoll ist. Eine Website mit vielen hochwertigen Backlinks wird von Google als autoritätsstark eingestuft und entsprechend besser gerankt.
Google berechnet den PageRank nicht nur anhand der Anzahl der Links, sondern auch anhand der Qualität der verlinkenden Seiten. Ein einziger Link von einer Domain Authority-starken Website (z.B. einem nationalen Medium oder einer Universitäts-Website) kann mehr wert sein als hundert Links von unbekannten Blogs.
Arten von Backlinks: Dofollow vs. Nofollow
Nicht alle Backlinks übertragen SEO-Wert an die verlinkte Seite. Es gibt zwei grundlegende Arten:
Dofollow-Links
Ein Dofollow-Link ist der Standard-Linktyp. Er überträgt sogenannten Link Juice — also SEO-Wert — von der verlinkenden Seite auf die verlinkte Seite. Wenn du im HTML-Code keinen speziellen Attribut setzt, ist ein Link automatisch ein Dofollow-Link.
<!-- Standard Dofollow-Link -->
<a href="https://deine-website.de">Dein Linktext</a>
Nofollow-Links
Ein Nofollow-Link enthält das Attribut rel="nofollow". Er signalisiert Google, dass der Link nicht als Empfehlung zu werten ist. Google folgt diesen Links zwar möglicherweise noch zum Crawlen, überträgt aber keinen PageRank.
<!-- Nofollow-Link -->
<a href="https://deine-website.de" rel="nofollow">Dein Linktext</a>
Nofollow-Links werden häufig in Kommentarsektionen, Foren-Beiträgen und bezahlten Anzeigen eingesetzt, um Spam zu verhindern und Google Compliance-Anforderungen zu erfüllen.
Sponsored- und UGC-Attribute
Seit 2019 gibt es zwei weitere Link-Attribute:
rel="sponsored"— für bezahlte Links (Werbung, Affiliate-Links)rel="ugc"— für nutzergenerierte Inhalte (User Generated Content), z.B. Kommentare oder Forum-Posts
Beide Attribute übertragen ebenfalls keinen PageRank, geben Google aber mehr Kontext über die Natur des Links.
Was macht einen hochwertigen Backlink aus?
Nicht jeder Backlink hilft deiner SEO. Hier sind die entscheidenden Qualitätskriterien:
1. Autorität der verlinkenden Domain
Links von Websites mit hoher Domain-Autorität (Domain Authority, DA) sind wertvoller als Links von schwachen Seiten. Tools wie Moz Domain Authority oder Ahrefs Domain Rating messen diese Stärke auf einer Skala von 0–100. Eine neue, unbekannte Website hat typischerweise eine DA unter 20; etablierte Medien wie Spiegel Online oder die Tagesschau liegen weit über 80.
2. Thematische Relevanz
Ein Backlink von einer thematisch verwandten Website ist wertvoller als einer von einer völlig unrelated Domain. Wenn du eine Zahnarztpraxis betreibst und ein regionaler Gesundheits-Blog auf deine Website verlinkt, ist das relevanter als ein Link von einer Gaming-Seite.
3. Ankertext (Anchor Text)
Der Ankertext (der klickbare Text eines Links) gibt Google Kontext darüber, worum es bei der verlinkten Seite geht. Ein Link mit dem Ankertext "SEO-Analyse für kleine Unternehmen" signalisiert Google deutlich, für welche Keywords die verlinkte Seite relevant sein soll. Nutze dabei eine natürliche Mischung — zu viele identische, keyword-reiche Ankertexte können wie Manipulation wirken.
4. Position auf der Seite
Links im Hauptinhalt einer Seite (im sogenannten "Body-Content") werden von Google höher bewertet als Links im Footer oder in der Sidebar. Auch Links weiter oben auf einer Seite gelten tendenziell als wertvoller.
5. Link-Umgebung
Google analysiert den Kontext um einen Link herum. Wenn dein Link von qualitativ hochwertigem, relevantem Text umgeben ist, wirkt er natürlicher und wertvoller als ein Link auf einer Seite, die aus nichts anderem als Links besteht.
6. Dofollow vs. Nofollow
Wie oben erklärt, übertragen Dofollow-Links PageRank, Nofollow-Links in der Regel nicht. Dennoch können Nofollow-Links indirekt nützlich sein: Sie bringen Traffic und erhöhen die Markenbekanntheit.
Schlechte Backlinks: Was du vermeiden solltest
Achtung: Google bestrafte aktiv schädliche Linkprofile!
Seit dem Penguin-Update 2012 kann ein unnatürliches Linkprofil dazu führen, dass deine Website abgestraft wird und in den Rankings abstürzt. Im schlimmsten Fall kannst du aus dem Google-Index entfernt werden.
Folgende Arten von Backlinks solltest du aktiv vermeiden:
- Links aus Link-Farmen: Websites, die ausschließlich existieren, um Links zu verkaufen oder zu tauschen
- Bezahlte Links ohne Sponsored-Attribut: Verstößt gegen Googles Webmaster-Richtlinien
- Massen-Kommentarspam: Automatisch generierte Links in Blog-Kommentaren
- Private Blog Networks (PBNs): Netzwerke aus künstlich erstellten Blogs, die nur zum Linkaufbau dienen
- Gegenseitiger Linktausch in großem Ausmaß: "Du linkst auf mich, ich linke auf dich" auf systematischer Basis
Wenn du schlechte Backlinks auf deine Seite entdeckst (z.B. über die Google Search Console), kannst du diese mit dem Google Disavow Tool ablehnen. Damit signalisierst du Google, dass du diese Links nicht akzeptierst und sie nicht berücksichtigt werden sollen.
Interne Links vs. externe Backlinks
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen internen Links und Backlinks zu verstehen:
- Interne Links: Links von einer Seite deiner eigenen Website auf eine andere Seite deiner Website. Sie verteilen Link Juice innerhalb deiner Domain und helfen Google beim Crawlen. Mehr dazu in unserem Artikel über interne Verlinkung und SEO-Strategie.
- Externe Backlinks: Links von einer fremden Domain auf deine Website. Diese sind für SEO typischerweise wertvoller, weil sie eine externe Bestätigung deiner Qualität darstellen.
Beide Linkarten ergänzen sich. Ein gutes SEO-Fundament braucht sowohl eine starke interne Verlinkungsstruktur als auch hochwertige externe Backlinks.
Wie viele Backlinks brauche ich?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten — es kommt auf deinen Markt und deine Wettbewerber an. Die wichtigste Kennzahl ist nicht die absolute Anzahl deiner Backlinks, sondern dein Backlink-Profil im Vergleich zu deinen Mitbewerbern.
Wenn deine drei stärksten Konkurrenten im Schnitt 500 hochwertige Backlinks haben und du nur 10 besitzt, wirst du schwer gegen sie ranken können — egal wie gut dein Content ist. Wenn du dagegen in einer Nische mit wenig Wettbewerb aktiv bist, können schon 20–30 starke Links ausreichen.
Analysiere also zunächst das Backlink-Profil deiner Konkurrenten, bevor du dir Ziele setzt. Tools wie Ahrefs, SEMrush oder Moz helfen dir dabei.
Natürlicher Linkaufbau: Wie entstehen Backlinks organisch?
Der beste Weg, Backlinks zu erhalten, ist es, Inhalte zu erstellen, die es wert sind, verlinkt zu werden. Google nennt das "Earning Links" statt "Building Links". Wenn andere Websites freiwillig auf deinen Content verlinken, weil er echten Mehrwert bietet, sind das die wertvollsten Links überhaupt.
Inhalte, die natürlich Backlinks anziehen:
- Originäre Daten und Studien: Wenn du eigene Erhebungen oder Auswertungen veröffentlichst, werden andere Websites darauf verweisen, wenn sie diese Daten zitieren möchten
- Umfassende Leitfäden: "Definitive Guides" zu einem Thema werden gerne als Referenz verlinkt
- Infografiken und visuelle Inhalte: Werden häufig geteilt und verlinkt
- Tools und Rechner: Kostenlose nützliche Tools erhalten viele natürliche Links
- Expertenmeinungen und Interviews: Werden von Journalisten und Bloggern oft zitiert
Backlinks prüfen und analysieren
Um dein Backlink-Profil zu verstehen, solltest du es regelmäßig analysieren. Folgende Quellen helfen dir dabei:
Google Search Console (kostenlos)
Die Google Search Console zeigt dir unter "Links" alle externen Links, die Google auf deine Website entdeckt hat. Die Daten sind nicht vollständig, aber ein guter Ausgangspunkt — und komplett kostenlos. Du kannst dort auch sehen, welche Seiten deiner Website am meisten verlinkt werden und welche Ankertexte verwendet werden.
Ahrefs, SEMrush, Moz (kostenpflichtig)
Professionelle SEO-Tools bieten deutlich umfangreichere Backlink-Daten, einschließlich historischer Daten, Link-Qualitätsmetriken und Vergleiche mit Mitbewerbern. Für ernsthafte SEO-Arbeit sind diese Tools empfehlenswert.
Unsere kostenlosen SEO-Tools
Mit unserem Backlink-Anchor-Text-Analyzer kannst du kostenlos die Ankertexte deiner eingehenden Links analysieren und überprüfen, ob dein Anchor-Text-Profil natürlich und ausgewogen wirkt. Unser Internal-Link-Counter hilft dir gleichzeitig dabei, deine internen Verlinkungen zu optimieren.
Häufige Missverständnisse über Backlinks
Mythos 1: "Mehr Links = besseres Ranking"
Falsch. Qualität schlägt Quantität. 10 hochwertige Backlinks von relevanten, autoritären Domains sind mehr wert als 1.000 Links von minderwertigen Seiten. Schlechte Links können sogar schaden.
Mythos 2: "Nofollow-Links sind nutzlos"
Nicht ganz. Nofollow-Links übertragen zwar keinen direkten PageRank, können aber trotzdem Traffic und Markenbekanntheit bringen. Außerdem sieht ein natürliches Backlink-Profil immer eine Mischung aus Dofollow- und Nofollow-Links aus — nur Dofollow-Links wirken unnatürlich.
Mythos 3: "Ich brauche nur Links, Content ist egal"
Links allein reichen nicht. Google bewertet immer das Zusammenspiel aus Content-Qualität, technischer SEO und Backlinks. Ein exzellenter Artikel ohne Backlinks kann langfristig besser ranken als ein minderwertiger Artikel mit vielen Links. Lies dazu unseren Artikel über Was ist SEO? — alle Faktoren im Überblick.
Mythos 4: "Backlinks, die ich kaufe, sind sicher"
Gekaufte Links ohne rel="sponsored"-Attribut verstoßen gegen Googles Richtlinien. Google erkennt immer besser, welche Links natürlich entstanden sind und welche gekauft wurden. Im schlimmsten Fall droht eine manuelle Abstrafung (Manual Action) in der Search Console.
Zusammenfassung: Das Wichtigste über Backlinks
- Backlinks sind Links von fremden Websites auf deine Website
- Google nutzt Backlinks als Vertrauenssignal — mehr hochwertige Links = höhere Autorität
- Dofollow-Links übertragen PageRank; Nofollow-Links in der Regel nicht
- Qualität ist wichtiger als Quantität: ein starker Link übertrifft hundert schwache
- Relevanz des Ankertexts und der verlinkenden Domain sind entscheidend
- Schlechte Links können schaden — regelmäßige Analyse ist Pflicht
- Natürlicher Linkaufbau durch wertvollen Content ist die beste Langzeitstrategie
- Google Search Console zeigt dir kostenlos dein Backlink-Profil
Backlinks zu verstehen ist der erste Schritt. Im nächsten Artikel dieser Reihe zeigen wir dir konkrete Linkaufbau-Strategien, mit denen du hochwertige Backlinks für deine Website aktiv aufbauen kannst — ohne Richtlinien zu verletzen und ohne teure Agenturen beauftragen zu müssen.
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