Bevor du auch nur eine Zeile Content schreibst, solltest du eine Frage beantworten: Wonach suchen meine Wunschkunden bei Google? Keyword-Recherche ist die Antwort darauf – und sie ist die wichtigste Grundlage für jede erfolgreiche SEO-Strategie.
Viele Einsteiger überspringen diesen Schritt und schreiben einfach drauf los. Das Ergebnis: Artikel, die niemand sucht, oder Seiten, die auf Keywords optimiert sind, die zu schwer zu ranken sind. Mit einer strukturierten Keyword-Recherche vermeidest du genau das.
Was ist Keyword-Recherche?
Keyword-Recherche bedeutet, herauszufinden, welche Wörter und Phrasen Menschen in Suchmaschinen eingeben, wenn sie nach Informationen, Produkten oder Dienstleistungen suchen, die du anbietest. Das Ziel ist, Begriffe zu finden, die:
- Oft genug gesucht werden, um nennenswerten Traffic zu bringen
- Gut zu deinem Angebot oder deinen Inhalten passen
- Realistisch zu ranken sind (nicht zu hoher Wettbewerb)
- Die richtige Suchintention ansprechen
Gute Keywords sind keine Zufallstreffer – sie sind das Ergebnis systematischer Analyse.
Die vier Arten von Suchintentionen
Bevor du Keywords auswählst, musst du verstehen, warum jemand sucht. Google unterscheidet vier grundlegende Suchintentionen:
🔍 Informational (Informationssuche)
Der Nutzer möchte etwas lernen oder verstehen. Beispiele: "Was ist SEO?", "Wie funktioniert Caching?", "Keyword-Recherche Anleitung"
🧭 Navigational (Navigationssuche)
Der Nutzer sucht eine bestimmte Website oder Marke. Beispiel: "Google Search Console", "shift07.ai anmelden"
🔎 Commercial (Kaufvorbereitung)
Der Nutzer vergleicht Optionen vor einer Entscheidung. Beispiele: "beste SEO-Tools Vergleich", "SEO Agentur Kosten", "Keyword-Recherche Tool kostenlos"
💳 Transactional (Kaufabsicht)
Der Nutzer will eine Handlung ausführen oder kaufen. Beispiele: "SEO Tool kaufen", "Website Analyse starten", "SEO Kurs buchen"
Dein Content muss zur Suchintention passen. Ein Artikel über "Was ist SEO?" erfüllt eine informationelle Suche – versuchst du auf diesem Artikel direkt zu verkaufen, wirst du schlechter ranken und weniger konvertieren.
Short-Tail vs. Long-Tail Keywords
Keywords lassen sich nach ihrer Länge und Spezifität einteilen:
Short-Tail (Kurze Keywords)
Kurze, generische Begriffe mit 1–2 Wörtern:
Vorteile: Hohes Suchvolumen. Nachteile: Extremer Wettbewerb, unklare Intention, kaum zu ranken für neue Websites.
Long-Tail (Lange Keywords)
Spezifische Phrasen mit 3–6 Wörtern:
Vorteile: Weniger Wettbewerb, klare Suchintention, höhere Conversion-Rate. Nachteile: Geringeres Suchvolumen pro Begriff – dafür viele Begriffe insgesamt.
Als neue Website solltest du fast ausschließlich auf Long-Tail Keywords setzen. Diese sind realistisch zu ranken und bringen gezielteren Traffic.
Schritt-für-Schritt: So führst du eine Keyword-Recherche durch
1 Brainstorming: Seed-Keywords sammeln
Starte mit einer Liste von Basis-Keywords (auch "Seed-Keywords" genannt). Überlege:
- Welche Begriffe beschreiben mein Angebot oder Thema?
- Wie würde ein Kunde suchen, der mein Angebot noch nicht kennt?
- Welche Fragen stellen Kunden häufig?
Für eine SEO-Analyse-Website wären das z. B.: "SEO", "Website analysieren", "Google Ranking", "Keyword finden", "Meta-Tags", "Seitengeschwindigkeit".
2 Google-Suche als kostenloses Recherche-Tool nutzen
Google selbst ist eines der besten Keyword-Recherche-Tools – und kostenlos. Gib dein Seed-Keyword ein und beachte:
- Autocomplete-Vorschläge: Was schlägt Google während der Eingabe vor? Das sind echte Suchanfragen.
- "Ähnliche Suchanfragen": Am Ende der Suchergebnisseite zeigt Google verwandte Begriffe.
- "Nutzer fragen auch": Die PAA-Box (People Also Ask) zeigt häufige Fragen zu deinem Thema – perfekte Ideen für Content und Featured-Snippet-Optimierung.
- Wettbewerber analysieren: Wer rankt auf Seite 1? Was haben deren Artikel, was deiner nicht hat?
3 Kostenlose Keyword-Tools einsetzen
Für tiefergehende Analysen gibt es hervorragende kostenlose Tools:
- Google Keyword Planner: Zeigt Suchvolumen und Wettbewerb. Erfordert ein Google Ads-Konto (kostenlose Nutzung möglich).
- Google Search Console: Wenn deine Website bereits Besucher hat, siehst du hier, für welche Begriffe du schon rankst – und kannst diese gezielt ausbauen.
- Ubersuggest (kostenlose Version): Zeigt Suchvolumen, SEO-Schwierigkeit und Keyword-Ideen basierend auf deinem Seed-Keyword.
- AnswerThePublic: Visualisiert Fragen und Phrasen rund um ein Keyword – ideal für Content-Ideen mit informationeller Intention.
- keywordtool.io: Generiert Long-Tail-Varianten aus Google Autocomplete – sehr hilfreich für die erste Recherche.
4 Suchvolumen und Wettbewerb bewerten
Zwei Kennzahlen sind entscheidend:
- Suchvolumen (Search Volume): Wie viele Menschen suchen diesen Begriff pro Monat? Für Einsteiger sind auch Keywords mit 50–500 Suchanfragen pro Monat wertvoll, wenn der Wettbewerb gering ist.
- Keyword-Schwierigkeit (KD / SEO Difficulty): Wie stark ist die Konkurrenz? Neue Websites sollten Keywords mit KD unter 30 anvisieren.
Das ideale Keyword für Einsteiger hat: mittleres Suchvolumen + niedrige Schwierigkeit + klare Suchintention.
5 Keywords clustern und priorisieren
Sortiere deine gesammelten Keywords in Gruppen (Cluster) nach Thema. Jede Gruppe wird später zu einer Seite oder einem Artikel. Dabei gilt:
- Eine URL = ein primäres Keyword (Haupt-Fokus)
- Mehrere LSI-Keywords (verwandte Begriffe) pro Seite
- Keywords mit ähnlicher Intention zusammenfassen (Keyword-Kannibalisierung vermeiden)
Priorisiere nach: Relevanz für dein Angebot → Suchvolumen → erreichbare Schwierigkeit.
Keywords richtig in deinen Content einbauen
Sobald du ein primäres Keyword ausgewählt hast, platziere es an den wichtigsten Stellen:
- Seitentitel (Title Tag): Das Keyword sollte möglichst am Anfang stehen. Prüfe die optimale Länge mit unserem Title-Tag-Längen-Checker.
- Meta-Description: Mindestens einmal das Keyword nennen. Mehr dazu in unserem Artikel Meta-Tags richtig einsetzen.
- H1-Überschrift: Das primäre Keyword muss in der H1 vorkommen. Wie du die Heading-Hierarchie korrekt aufbaust, erklärt unser Artikel zur Heading-Struktur.
- Erster Absatz: Idealerweise in den ersten 100 Wörtern des Textes.
- URL-Slug: Kurz, keyword-haltig, keine Sonderzeichen.
- Alt-Text der Bilder: Beschreibt das Bild und enthält das Keyword natürlich.
- Fließtext: Keyword-Dichte von 1–2 % – mehr ist Keyword-Stuffing und schadet dem Ranking.
LSI-Keywords: Verwandte Begriffe strategisch einsetzen
LSI (Latent Semantic Indexing) Keywords sind Begriffe, die thematisch mit deinem Haupt-Keyword verwandt sind. Google nutzt sie, um den Kontext eines Textes zu verstehen.
Für das Keyword "Keyword-Recherche" wären typische LSI-Keywords:
LSI-Keywords aufzufinden ist einfach: Scrolle auf der Google-Ergebnisseite nach unten und schau dir die fett hervorgehobenen Wörter in den Suchergebnissen an. Auch die "Ähnliche Suchanfragen" am Seitenende liefern gute Hinweise.
Keyword-Kannibalisierung vermeiden
Keyword-Kannibalisierung entsteht, wenn mehrere Seiten deiner Website auf dasselbe Keyword optimiert sind. Google weiß dann nicht, welche Seite bevorzugt werden soll – und beide ranken schlechter.
So vermeidest du es:
- Halte eine Keyword-Tabelle mit allen verwendeten primären Keywords
- Prüfe regelmäßig mit
site:deinewebsite.de "keyword"ob mehrere Seiten das gleiche Keyword verwenden - Bei Kannibalisierung: Eine Seite als Hauptseite wählen, auf die anderen von dort verlinken oder sie mit einem Canonical-Tag konsolidieren
Praxisbeispiel: Keyword-Recherche für einen lokalen Handwerker
Angenommen, du betreibst einen Malerbetrieb in München. So würde eine strukturierte Keyword-Recherche aussehen:
- Seed-Keywords: Maler München, Malerarbeiten, Wände streichen, Tapezieren, Fassadenanstrich
- Long-Tail-Varianten aus Google Autocomplete: "Maler München Kosten", "Malermeister München empfehlen", "Innenfarbe Wand streichen lassen München", "günstige Maler München Erfahrungen"
- Primäres Keyword für Startseite: "Maler München" (hohes Suchvolumen, direkte Transaktion)
- Primäres Keyword für Leistungsseite Fassade: "Fassadenfarbe München auftragen" (Long-Tail, weniger Wettbewerb)
- Blog-Artikel-Keyword: "Wohnung streichen lassen Kosten München" (informationell/kommerziell, zieht Interessenten in der Recherchephase)
Diese Struktur erzeugt Topical Authority: Google erkennt, dass deine Website das Thema Malerarbeiten in München umfassend abdeckt.
Fehler, die Einsteiger bei der Keyword-Recherche machen
- Nur auf Suchvolumen schauen: Ein Keyword mit 10.000 Suchanfragen nützt nichts, wenn du damit nie auf Seite 1 kommst. Wettbewerb ist genauso wichtig.
- Suchintention ignorieren: Wer auf "Keyword-Recherche kostenlos" ranken will, muss ein Tool oder eine Anleitung liefern – kein Verkaufsangebot.
- Zu viele Keywords auf einer Seite: Eine Seite, ein Fokus. Mehrere primäre Keywords verwässern das Signal für Google.
- Keywords einmalig recherchieren: Suchtrends ändern sich. Überprüfe deine Keyword-Strategie alle 3–6 Monate.
- Nutzererfahrung vergessen: Text, der auf Keywords optimiert wurde, aber sich schlecht liest, wird von Google abgestraft. Schreib zuerst für Menschen, dann für Suchmaschinen.
Werkzeuge im Überblick: Kostenlose Keyword-Recherche-Tools
Hier eine kompakte Übersicht der nützlichsten kostenlosen Tools:
- Google Autocomplete + "Ähnliche Suchanfragen": Kein Anmelden nötig, direkte Einblicke in echte Suchanfragen
- Google Keyword Planner: Offizielles Volumen-Tool von Google – für Ads-Konto-Inhaber kostenlos
- Google Search Console: Zeigt deine echten Ranking-Daten – unverzichtbar für bestehende Websites
- Ubersuggest (Free-Tier): 3 kostenlose Suchen pro Tag, zeigt KD und Volumen
- AnswerThePublic (Free-Tier): Visuelle Darstellung von Fragen und Präpositionen um ein Keyword
- keywordtool.io: Generiert Long-Tail-Keywords aus Autocomplete, kostenlose Version zeigt Vorschläge ohne Volumen
- Shift07 SEO-Analyse: Analysiert deine Website und zeigt konkrete Optimierungspotenziale auf – jetzt kostenlos testen
Checkliste: Keyword-Recherche in 7 Schritten
- ☑ Seed-Keywords brainstormen (Thema, Dienstleistung, Zielgruppe)
- ☑ Google Autocomplete und "Ähnliche Suchanfragen" auswerten
- ☑ Long-Tail-Varianten mit Tool erweitern (Ubersuggest, keywordtool.io)
- ☑ Suchvolumen und Schwierigkeit prüfen (KD < 30 für Einsteiger)
- ☑ Suchintention für jedes Keyword bestimmen (informational / transactional / commercial)
- ☑ Keywords in Cluster gruppieren (ein Cluster = eine URL)
- ☑ Keyword-Tabelle pflegen und alle 6 Monate aktualisieren
Fazit
Keyword-Recherche ist kein einmaliger Schritt, sondern ein fortlaufender Prozess. Wer die richtigen Keywords kennt, schreibt Content, der wirklich gesucht wird – und vermeidet die häufigste SEO-Falle: Texte, die niemand findet.
Starte mit Long-Tail-Keywords, verstehe die Suchintention deiner Zielgruppe und baue systematisch Topical Authority in deinem Nischengebiet auf. Kombiniere das mit einer soliden technischen Basis – die du mit der kostenlosen SEO-Analyse von Shift07 jederzeit überprüfen kannst – und du hast ein starkes Fundament für nachhaltige Google-Rankings.
Im nächsten Artikel dieser Serie zeigen wir, wie du die richtigen Keywords in eine optimale Heading-Struktur (H1–H6) überträgst – denn Überschriften sind ein zentrales On-Page-SEO-Signal, das viele unterschätzen.