Wenn jemand in deiner Stadt nach einem Dienstleister sucht — zum Beispiel "Zahnarzt Berlin" oder "Elektriker in der Naehe" — entscheidet dein Google My Business Profil (heute offiziell "Google Unternehmensprofil"), ob du in den Ergebnissen auftauchst oder nicht. Laut Google kommen 46 % aller Suchanfragen mit lokaler Absicht. Und das sogenannte "Local Pack" — die drei Eintraege mit Karte oben in den Ergebnissen — bekommt die meisten Klicks.
In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt fuer Schritt, wie du dein Google My Business Profil einrichtest, optimierst und langfristig pflegst. Am Ende findest du eine kompakte Checkliste zum Abhaken.
Was ist Google My Business?
Google My Business (GMB) ist ein kostenloser Dienst von Google, mit dem du steuern kannst, wie dein Unternehmen in der Google-Suche und auf Google Maps erscheint. Dein Profil zeigt:
- Firmenname, Adresse und Telefonnummer (NAP-Daten)
- Oeffnungszeiten und Website-Link
- Fotos deines Unternehmens
- Kundenbewertungen und deine Antworten darauf
- Beitraege, Angebote und Neuigkeiten
Wenn du dein Profil nicht aktiv verwaltest, erstellt Google moeglicherweise trotzdem einen Eintrag — aber mit unvollstaendigen oder falschen Daten. Deshalb ist der erste Schritt immer: dein Profil beanspruchen und verifizieren.
Schritt 1: Profil anlegen oder beanspruchen
Gehe auf business.google.com und melde dich mit deinem Google-Konto an. Suche nach deinem Unternehmen. Wenn es bereits existiert, klicke auf "Dieses Unternehmen beanspruchen". Wenn nicht, klicke auf "Unternehmen hinzufuegen".
Google wird dich auffordern, dein Unternehmen zu verifizieren — meistens per Postkarte mit einem Code, manchmal auch per Telefon oder E-Mail. Dieser Schritt ist wichtig: ohne Verifizierung hast du keinen Zugriff auf alle Funktionen und dein Eintrag wird weniger prominent angezeigt.
Schritt 2: Alle Grunddaten vollstaendig ausfuellen
Google bevorzugt vollstaendige Profile. Laut Google selbst sind vollstaendig ausgefuellte Profile 2,7-mal wahrscheinlicher, als vertrauenswuerdig angesehen zu werden. Fuelle deshalb alle Felder aus:
- Unternehmensname: Verwende den exakten Namen, unter dem dein Unternehmen bekannt ist. Kein Keyword-Stuffing (z.B. nicht "Mueller Malerei — Bester Maler Berlin").
- Kategorie: Waehle die praeziseste Hauptkategorie (z.B. "Zahnarzt" statt "Arzt"). Du kannst bis zu 10 Nebenkategorien hinzufuegen.
- Adresse: Exakt wie auf deiner Website und in allen Verzeichnissen. Konsistente NAP-Daten sind ein wichtiger Ranking-Faktor.
- Telefonnummer: Lokale Nummer (mit Vorwahl) bevorzugen, nicht 0800-Nummern.
- Website: Link zu deiner Homepage oder einer standortspezifischen Landingpage.
- Oeffnungszeiten: Auch Feiertage und besondere Zeiten eintragen. Nichts aergert Kunden mehr als vor verschlossener Tuer zu stehen.
- Beschreibung: 750 Zeichen, in denen du erklaerst, was dein Unternehmen besonders macht. Nutze relevante Keywords natuerlich — z.B. "Seit 20 Jahren bieten wir professionelle Zahnreinigung und Implantologie in Berlin-Mitte."
Tipp: Pruefe mit unserer kostenlosen SEO-Analyse, ob deine Website-Daten (Titel, Meta-Description, Kontaktinfos) mit deinem Google-Profil uebereinstimmen.
Schritt 3: Fotos und Videos hochladen
Unternehmen mit Fotos erhalten laut Google 42 % mehr Anfragen nach Wegbeschreibungen und 35 % mehr Klicks auf die Website. Lade hoch:
- Logo und Titelbild: Das Erste, was Nutzer sehen
- Aussenansicht: Hilft Kunden, dein Geschaeft zu finden
- Innenansicht: Zeigt die Atmosphaere
- Team-Fotos: Schafft Vertrauen und Naehe
- Produkte oder Ergebnisse: Vorher/Nachher-Bilder, fertige Projekte, Gerichte
Verwende echte Fotos, keine Stockbilder. Google erkennt den Unterschied und Kunden auch. Lade regelmaessig neue Fotos hoch — mindestens ein bis zwei pro Monat.
Schritt 4: Bewertungen aktiv managen
Bewertungen sind einer der staerksten lokalen Ranking-Faktoren. Hier die wichtigsten Regeln:
- Aktiv um Bewertungen bitten: Nach jedem erfolgreichen Auftrag freundlich fragen. Google erlaubt das ausdruecklich.
- Auf alle Bewertungen antworten: Positive Bewertungen mit einem kurzen Dank beantworten. Negative sachlich und loesungsorientiert beantworten — das sehen auch zukuenftige Kunden.
- Nie Bewertungen kaufen: Google erkennt Fake-Bewertungen und bestraft Profile dafuer.
- Einen Bewertungslink erstellen: Im GMB-Dashboard unter "Mehr Bewertungen erhalten" findest du einen direkten Link, den du per E-Mail oder SMS verschicken kannst.
Schritt 5: Google-Beitraege nutzen
Google Beitraege (Google Posts) sind ein unterschaetztes Feature. Du kannst direkt in deinem Profil kurze Updates veroeffentlichen — aehnlich wie Social-Media-Posts. Arten von Beitraegen:
- Neuigkeiten: "Wir haben einen neuen Mitarbeiter" oder "Unser Showroom ist renoviert"
- Angebote: "10 % Rabatt auf Zahnreinigung im April"
- Veranstaltungen: "Tag der offenen Tuer am 15. Mai"
- Produkte: Einzelne Dienstleistungen oder Produkte hervorheben
Beitraege verschwinden nach 7 Tagen (ausser Angebote und Veranstaltungen). Plane also woechentlich einen neuen Beitrag. Das signalisiert Google, dass dein Profil aktiv gepflegt wird.
Schritt 6: Fragen und Antworten beobachten
Nutzer koennen in deinem Google-Profil Fragen stellen — und jeder kann antworten, auch Fremde. Behalte diesen Bereich im Blick und beantworte Fragen selbst, bevor jemand falsche Informationen verbreitet.
Du kannst auch selbst haeufig gestellte Fragen einpflegen und sofort beantworten. Das funktioniert wie eine kleine FAQ-Sektion direkt in deinem Google-Profil.
Schritt 7: Lokale SEO auf deiner Website staerken
Dein Google-Profil funktioniert am besten im Zusammenspiel mit einer gut optimierten Website. Stelle sicher, dass:
- Dein Firmenname, Adresse und Telefonnummer (NAP) auf deiner Website exakt so stehen wie im Google-Profil
- Du strukturierte Daten (LocalBusiness Schema) auf deiner Website eingebaut hast
- Deine Seite schnell laedt — Google bewertet die mobile Ladezeit
- Du eine eigene Standortseite hast, wenn du mehrere Standorte betreibst
- Deine Meta-Tags korrekt gesetzt sind und deine Stadt bzw. Region enthalten
In unserem Leitfaden fuer lokales SEO findest du weitere Massnahmen, die ueber Google My Business hinausgehen.
Haeufige Fehler vermeiden
Diese Fehler sehen wir bei unseren SEO-Analysen regelmaessig:
- Inkonsistente NAP-Daten: Der Firmenname heisst auf der Website "Mueller Malerei GmbH", im Google-Profil "Malerei Mueller" und auf Gelbe Seiten "Mueller Maler". Google weiss dann nicht, welche Version stimmt.
- Keine Kategorie-Updates: Google fuegt regelmaessig neue Kategorien hinzu. Pruefe, ob es mittlerweile eine praezisere Kategorie fuer dich gibt.
- Stockfotos statt echter Bilder: Wirkt unprofessionell und kann das Ranking negativ beeinflussen.
- Bewertungen ignorieren: Unbeantwortete negative Bewertungen schrecken neue Kunden ab.
- Profil einmal einrichten und vergessen: Google bevorzugt aktive Profile. Plane mindestens monatlich ein Update ein.
Checkliste: Google My Business optimieren
Nutze diese Checkliste, um sicherzustellen, dass du nichts vergessen hast:
- Profil beansprucht und verifiziert
- Korrekter Unternehmensname (kein Keyword-Stuffing)
- Praezise Hauptkategorie + passende Nebenkategorien
- Vollstaendige Adresse, Telefonnummer, Website
- Aktuelle Oeffnungszeiten inkl. Feiertage
- Aussagekraeftige Beschreibung (max. 750 Zeichen)
- Mindestens 10 echte Fotos hochgeladen
- Bewertungen beantwortet (positiv und negativ)
- Erster Google-Beitrag veroeffentlicht
- FAQ-Bereich mit eigenen Fragen und Antworten
- NAP-Daten stimmen mit Website und Verzeichnissen ueberein
- LocalBusiness Schema Markup auf der Website
Fazit
Ein gut gepflegtes Google My Business Profil ist fuer lokale Unternehmen einer der effektivsten Wege, um neue Kunden zu gewinnen. Die Einrichtung dauert etwa eine Stunde — aber die laufende Pflege (Fotos, Beitraege, Bewertungen) ist das, was langfristig den Unterschied macht.
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