Wenn Bewerber auf Google nach deinem Unternehmen suchen, sehen sie nicht nur deine Website — sie sehen auch Bewertungen von Plattformen wie Kununu, Glassdoor oder Indeed. Mit dem EmployerAggregateRating Schema Markup kannst du diese Arbeitgeberbewertungen direkt auf deiner eigenen Karriereseite strukturiert einbinden und Google mitteilen: „Hier sind die zusammengefassten Bewertungen unserer Mitarbeiter." Der Effekt: Vertrauen bei Bewerbern steigern und das Employer Branding im organischen Ranking stärken.
Dieser Leitfaden erklärt, was EmployerAggregateRating ist, welche Properties du brauchst, wie du den JSON-LD korrekt implementierst — und warum du die Verbindung zum übergeordneten Organization-Schema nicht vergessen solltest.
Was ist EmployerAggregateRating?
EmployerAggregateRating ist ein spezialisierter Schema.org-Typ, der von AggregateRating erbt. Während AggregateRating allgemeine Bewertungsdurchschnitte für Produkte, Dienstleistungen oder Orte beschreibt, ist EmployerAggregateRating explizit für Bewertungen eines Unternehmens als Arbeitgeber konzipiert.
Google nutzt diesen Typ, um auf Karriereseiten und Unternehmens-Profilseiten Bewertungssterne in den Suchergebnissen anzuzeigen — ähnlich wie Produktbewertungen im E-Commerce, aber eben für den Kontext „Wie ist es, dort zu arbeiten?"
Der Typ ist besonders relevant für:
- Unternehmens-Karriereseiten (/jobs, /karriere, /about-us)
- Seiten, die auf Kununu-, Glassdoor- oder Indeed-Bewertungen verweisen
- Employer-Branding-Landingpages
- Recruiting-Websites mittelständischer Unternehmen
Grundstruktur: EmployerAggregateRating JSON-LD
Das minimale, valide JSON-LD für eine Arbeitgeberbewertung sieht so aus:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "EmployerAggregateRating",
"itemReviewed": {
"@type": "Organization",
"name": "Muster GmbH",
"sameAs": "https://www.muster-gmbh.de"
},
"ratingValue": "4.2",
"bestRating": "5",
"worstRating": "1",
"ratingCount": "148"
}
Die wichtigsten Properties auf einen Blick:
- itemReviewed — das bewertete Unternehmen (Organisation), zwingend als
Organization-Objekt - ratingValue — der Durchschnittswert der Bewertungen (Dezimalzahl als String)
- bestRating — die maximal mögliche Bewertung (meistens 5)
- worstRating — die minimal mögliche Bewertung (meistens 1)
- ratingCount — Anzahl der eingegangenen Bewertungen
Wichtig:ratingValuemuss zwischenworstRatingundbestRatingliegen, sonst lehnt Googles Rich Results Test die Implementierung als fehlerhaft ab.
Vollständiges Praxisbeispiel mit allen relevanten Properties
Für maximale Datentiefe und bessere Google-Verarbeitung empfehle ich dieses erweiterte JSON-LD:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "EmployerAggregateRating",
"itemReviewed": {
"@type": "Organization",
"name": "Muster GmbH",
"url": "https://www.muster-gmbh.de",
"sameAs": [
"https://www.kununu.com/de/muster-gmbh",
"https://www.glassdoor.de/Bewertungen/muster-gmbh-bewertungen"
],
"logo": {
"@type": "ImageObject",
"url": "https://www.muster-gmbh.de/logo.png"
},
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Musterstraße 1",
"addressLocality": "Berlin",
"postalCode": "10115",
"addressCountry": "DE"
}
},
"ratingValue": "4.2",
"bestRating": "5",
"worstRating": "1",
"ratingCount": "148",
"reviewCount": "148",
"author": {
"@type": "Organization",
"name": "Kununu"
}
}
Erklärung der erweiterten Properties
sameAs: Hier verlinkst du auf die Unternehmensprofile auf Bewertungsplattformen. Das hilft Google, die Bewertungen der externen Plattformen mit deiner eigenen Seite zu verknüpfen. Wichtig: Nur Plattformen angeben, bei denen das Unternehmen tatsächlich gelistet ist.
reviewCount vs. ratingCount: Beide Properties geben an, wie viele Bewertungen vorliegen. ratingCount zählt alle abgegebenen Bewertungen (auch solche ohne Textkommentar), reviewCount zählt nur Bewertungen mit ausgeschriebenem Text. Sind beide gleich hoch, kannst du einen der beiden weglassen oder beide verwenden — bei Kununu ist der Unterschied oft vorhanden.
author: Hier gibst du an, von welcher Plattform die Aggregation stammt. Das schafft Transparenz und stärkt das Vertrauen bei Google (E-E-A-T).
EmployerAggregateRating in den Organization-Kontext einbetten
Besonders wirkungsvoll ist EmployerAggregateRating, wenn du es direkt als Property des übergeordneten Organization-Schemas einbettest. Das ist die empfohlene Methode auf Unternehmens-Hauptseiten:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Organization",
"name": "Muster GmbH",
"url": "https://www.muster-gmbh.de",
"logo": "https://www.muster-gmbh.de/logo.png",
"description": "Mittelständisches IT-Unternehmen in Berlin mit 250 Mitarbeitern",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Musterstraße 1",
"addressLocality": "Berlin",
"postalCode": "10115",
"addressCountry": "DE"
},
"aggregateRating": {
"@type": "EmployerAggregateRating",
"ratingValue": "4.2",
"bestRating": "5",
"worstRating": "1",
"ratingCount": "148",
"author": {
"@type": "Organization",
"name": "Kununu"
}
}
}
Der Unterschied zur eigenständigen Variante: Hier verwendest du aggregateRating als Property des Organization-Objekts statt itemReviewed. Google versteht beide Varianten — die eingebettete Form ist aber semantisch präziser, weil die Beziehung zwischen Unternehmen und Bewertung explizit im Markup ausgedrückt wird.
Mehr zur korrekten Strukturierung von Unternehmensdaten findest du im Artikel Organization Schema Markup vertieft.
Auf welchen Seiten sollte EmployerAggregateRating implementiert werden?
Nicht jede Seite einer Unternehmenswebsite ist für dieses Markup geeignet. Google gibt klare Empfehlungen:
Geeignete Seiten
- Karriereseite (/karriere, /jobs, /arbeiten-bei-uns) — die wichtigste Seite für Employer Branding
- Über-uns-Seite (/ueber-uns, /about) — wenn dort auch auf Mitarbeiterbewertungen eingegangen wird
- Startseite — wenn das Unternehmen Bewerbern als primäre Zielgruppe anspricht
Ungeeignete Seiten
- Produktseiten oder Shopseiten — hier ist
EmployerAggregateRatingthematisch fehl am Platz - Blog-Artikel — sofern sie keine direkte Verbindung zu Arbeitgeberbewertungen haben
- Kontaktseiten — zu wenig Kontext für das Markup
Datenquellen: Woher kommen die Bewertungswerte?
Die Daten für dein EmployerAggregateRating musst du aus einer der bekannten Plattformen holen. Die drei wichtigsten für den deutschsprachigen Raum:
Kununu
Die größte Arbeitgeberbewertungsplattform im DACH-Raum. Kununu gibt im Unternehmensprofil direkt einen Gesamt-Score aus (z.B. 3.8 von 5). Diesen Wert kannst du als ratingValue verwenden. ratingCount entspricht der Anzahl der Bewertungen auf dem Profil.
Glassdoor
International stärker verbreitet, in Deutschland aber ebenfalls relevant — besonders für Tech-Unternehmen. Glassdoor bewertet auf einer Skala von 1 bis 5. Achte darauf, dass du nur Bewertungen einbindest, die für ein internationales Publikum sichtbar sind.
Indeed
Indeed nutzt eine 5-Sterne-Skala. Die Daten sind öffentlich im Unternehmensprofil einsehbar. Besonders für Branchen wie Pflege, Gastgewerbe und Einzelhandel ist Indeed eine relevante Quelle.
Grundregel: Nur Bewertungen aus einer Quelle einbinden. Mehrere Quellen zu mischen (z.B. Kununu + Glassdoor addiert) verstößt gegen Googles Richtlinien und kann zur Dequalifikation des Rich Snippets führen.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Aus Praxiserfahrungen mit hunderten deutschen Unternehmenswebsites haben sich folgende Fehler als besonders häufig herausgestellt:
Fehler 1: Fehlende Pflichteigenschaft itemReviewed
Ohne itemReviewed kann Google nicht zuordnen, für welches Unternehmen die Bewertung gilt. Dieser Fehler führt dazu, dass das Markup zwar valide ist, aber nie als Rich Result angezeigt wird. Immer itemReviewed mit einem vollständigen Organization-Objekt angeben.
Fehler 2: ratingValue außerhalb des bestRating-worstRating-Bereichs
Wenn z.B. bestRating: "5" aber ratingValue: "8.4", lehnt der Rich Results Test das Markup ab. Das passiert, wenn Plattformen mit anderen Skalen (z.B. 10-Punkte-Skalen von Jobvote.de) verwendet werden, ohne die Skala im Markup anzupassen.
Fehler 3: Bewertungen erfunden oder aufgeblasen
Google überprüft EmployerAggregateRating aktiv gegen externe Quellen. Wer einen ratingValue von 4.8 angibt, obwohl das Unternehmen auf Kununu nur 3.1 hat, riskiert eine manuelle Penalty. Immer die tatsächlichen Werte von der Plattform übernehmen.
Fehler 4: Veraltete Werte nicht aktualisieren
Bewertungen auf Kununu und Glassdoor ändern sich ständig. Ein einmal eingebundener ratingValue wird von alleine nicht aktueller. Plane in deiner Wartungsroutine ein, dass du den Wert mindestens quartalsweise aktualisierst — oder automatisierst die Pflege über die API der Plattform.
Fehler 5: EmployerAggregateRating auf Produktseiten
Das Markup ist ausschließlich für Seiten mit Employer-Branding-Bezug gedacht. Auf Shopseiten oder Produktkategorien gehört es nicht hin — das verursacht laut Googles Search Console Fehler vom Typ „Falscher Typ für aggregateRating".
EmployerAggregateRating testen und validieren
Bevor du dein Markup live schaltest, solltest du es mit zwei offiziellen Google-Tools testen:
1. Rich Results Test
Unter search.google.com/test/rich-results kannst du die URL deiner Karriereseite oder direkt den JSON-LD-Code eingeben. Das Tool zeigt dir, ob das Markup valide ist und welche Rich-Result-Typen aktiviert werden können.
2. Schema Markup Validator
Unter validator.schema.org prüfst du, ob alle Properties korrekt typisiert sind (String vs. Number etc.) und ob Pflichtfelder fehlen. Besonders hilfreich bei verschachtelten Strukturen wie dem eingebetteten Organization-Objekt.
Alternativ kannst du unser kostenloses JSON-LD Structured Data Validator Tool nutzen, das beide Checks in einer Oberfläche vereint.
Kombination mit weiteren Schema-Typen
EmployerAggregateRating entfaltet den größten SEO-Wert in Kombination mit anderen Schema-Typen auf derselben Seite:
JobPosting + EmployerAggregateRating
Wenn du auf deiner Karriereseite sowohl aktuelle Stellenanzeigen (JobPosting Schema Markup) als auch Bewertungen einbindest, signalisiert das Google: Diese Seite ist ein vollständiger Employer-Branding-Hub. Google kann beide Rich Results gleichzeitig in der Suche anzeigen.
Organization + EmployerAggregateRating
Die Kombination mit dem vollständigen Organization Schema auf der Über-uns-Seite stärkt zusätzlich die E-E-A-T-Signale — Google sieht das Unternehmen als vertrauenswürdige Entität mit nachgewiesener Mitarbeiterzufriedenheit.
AggregateRating für Kunden vs. EmployerAggregateRating für Mitarbeiter
Viele Unternehmen haben sowohl Kundenbewertungen (z.B. auf Google Maps oder Trustpilot) als auch Mitarbeiterbewertungen. Beides kannst du auf derselben Seite einbinden — verwende aber getrennte Markup-Blöcke: AggregateRating für Kundenbewertungen und EmployerAggregateRating für Arbeitgeberbewertungen. Mehr dazu im Artikel AggregateRating Schema Markup vertieft.
Checkliste: EmployerAggregateRating korrekt implementieren
- ✅
itemReviewedmitOrganization-Objekt undname+urlangegeben - ✅
ratingValueals Dezimalzahl (String), z.B. "4.2" - ✅
bestRatingundworstRatingkorrekt gesetzt (meistens "5" und "1") - ✅
ratingValueliegt zwischenworstRatingundbestRating - ✅
ratingCountaus der tatsächlichen Plattformquelle übernommen - ✅
sameAsmit Link zum Unternehmensprofil auf Kununu, Glassdoor etc. - ✅
author-Property mit dem Namen der Bewertungsplattform angegeben - ✅ Markup nur auf thematisch passenden Seiten (Karriere, Über uns)
- ✅ Mit Rich Results Test validiert
- ✅ Quartalsweise Aktualisierung der Bewertungswerte eingeplant
Wann erscheinen Employer-Bewertungssterne in Google?
Auch wenn du das Markup korrekt implementiert hast, ist ein Rich Result nicht garantiert. Google entscheidet bei jedem Rendering neu, ob ein Snippet angezeigt wird. Folgende Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit:
- Ausreichend viele Bewertungen: Google zeigt Sterne meistens erst ab ~10–15 Bewertungen
- Aktualität: Kürzlich aktualisierte Bewertungen werden bevorzugt
- Seiten-Autorität: Je besser die Karriereseite in deiner Site-Struktur vernetzt ist, desto häufiger wird das Snippet ausgeliefert
- Keine Richtlinienverstöße: Keine Manipulation des
ratingValue, keine Fake-Bewertungen auf der verlinkten Plattform
Fazit: EmployerAggregateRating als Teil deiner Recruiting-SEO-Strategie
EmployerAggregateRating ist ein übersehener, aber wirkungsvoller Schema-Typ — besonders in einem Arbeitsmarkt, in dem Bewerber ihre Arbeitgeber sorgfältig recherchieren. Mit wenigen Zeilen JSON-LD kannst du Bewertungssterne in den Google-Suchergebnissen aktivieren und das Vertrauen bei potenziellen Mitarbeitern deutlich steigern.
Die Implementierung lohnt sich besonders für Unternehmen mit aktiver Recruiting-Präsenz auf Kununu oder Glassdoor und einer gepflegten Karriereseite. Wer beides hat, lässt sonst wertvolles SEO-Potenzial auf dem Tisch liegen.
Prüfe, ob deine Karriereseite bereits strukturierte Daten enthält — mit unserer kostenlosen SEO-Analyse auf shift07.ai siehst du auf einen Blick, ob Schema Markup fehlt und welche anderen SEO-Probleme deine Sichtbarkeit bremsen.